People Pleasing & Fawning: Psychotherapie in Köln-Ehrenfeld

Hallo, ich bin Judith Halbach. In meiner Praxis für Psychotherapie in Köln-Ehrenfeld begleite ich regelmäßig Menschen, die mit den Themen People Pleasing und Fawning zu mir kommen. Hier beschreibe ich, wie ich dabei arbeite. 

Wenn Sie sich zuerst einen allgemeinen Eindruck verschaffen möchten, finden Sie hier Informationen über mich und hier über meinen psychotherapeutischen Ansatz.

Worum geht es?

Manche Menschen spüren sehr fein, was ihr Gegenüber braucht, und richten sich danach aus – oft, bevor sie bemerken, was sie selbst möchten. Sie sagen Ja, obwohl sie Nein meinen, und gehen Konflikten aus dem Weg. Das kann sich nach Rücksicht anfühlen, nach einem ausgeprägten Harmoniebedürfnis, manchmal auch einfach nach „so bin ich eben”. Häufig steckt dahinter eine Fähigkeit, die einmal sehr wichtig war: Anpassung als Weg, sich sicher und verbunden zu fühlen. In der Psychotherapie sprechen wir von People Pleasing und, in seiner intensiveren, traumabedingten Form, von Fawning.

 Dass es so schwerfällt, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen, hat meist gute Gründe: Konfliktvermeidung und Anpassung haben früher geholfen, Beziehungen zu erhalten. Das Nervensystem reagiert auf ein mögliches Nein dann wie auf eine Gefahr, und oft spielen die Angst vor Ablehnung und ein Selbstwert, der an Leistung für andere geknüpft ist, eine Rolle. Deshalb reichen gute Vorsätze allein häufig nicht aus – meist braucht es zuerst mehr innere Sicherheit.

Wenn Sie einen Weg finden möchten, mehr bei sich zu bleiben, ohne Ihre Beziehungen aufs Spiel zu setzen, begleite ich Sie gern dabei.

Was sind People Pleasing und Fawning?

People Pleasing ist ein erlerntes Verhaltensmuster: Man richtet sich danach aus, was andere möchten. Oft ist es eng mit dem Selbstwert verknüpft – mit der Überzeugung, nur dann wertvoll zu sein, wenn man anderen etwas Gutes tut, sich nützlich macht oder keine Umstände bereitet. 

Fawning (etwa „sich unterwerfen“, „beschwichtigen“) beschreibt eine automatische Schutzreaktion auf überfordernden Stress oder traumatische Erlebnisse. Neben Kampf, Flucht und Erstarrung (Fight, Flight, Freeze) gilt es als vierte Schutzreaktion des Nervensystems. Wer die Erfahrung gemacht hat, dass es körperlich oder emotional nicht sicher ist, sich zu zeigen, lernt, Gefahr durch Anpassung abzuwenden. Von Fawning spricht man vor allem, wenn jemand in seinem Leben sehr belastende Erfahrungen gemacht hat, wie Gewalt, emotionale Vernachlässigung, Missbrauch oder Mobbing. 

In der Praxis lassen sich beide Muster nicht immer sauber trennen – und das ist auch nicht notwendig. In beiden Fällen geht es darum, sich sicher zu fühlen und Verbindung zu erhalten oder wiederherzustellen. Beide fallen außerdem selten als Problem auf: Anpassung gilt als sozial erwünscht, und unter dem Muster leiden vor allem die Betroffenen selbst, weniger ihr Umfeld. Manchmal bleibt es lange auch vor ihnen selbst unbemerkt.

So arbeite ich in der Psychotherapie damit

Wir klären zunächst, was Sie verändern möchten und in welchen Situationen das Muster auftritt – etwa in der Familie, im Beruf, in Freundschaften oder in Partnerschaften. Gemeinsam schauen wir auf den Nutzen des Musters, auf seine negativen Auswirkungen und, wenn es hilfreich ist, auf seine Entstehung. Wichtiger als die Vergangenheit ist die Frage, wohin Sie sich entwickeln möchten.

Bedürfnisse und Grenzen

Ein großes Thema sind Bedürfnisse und Grenzen: Was brauche ich eigentlich? Was will ich? Welche Arten von Grenzen gibt es überhaupt? Wie kann ich sie so setzen, dass es sich für mich stimmig anfühlt? Dafür braucht es meist eine Grundlage, nämlich ein stabileres Selbstwertgefühl und mehr innere Sicherheit. Erst von dort aus wird es leichter, Nein zu sagen, Bedürfnisse zu äußern und auch einmal einen Konflikt auszuhalten.

Kleine Schritte machen

Veränderung geschieht oft in kleinen, machbaren Schritten: ein Bedürfnis äußern, eine erste Grenze setzen, beobachten, wie sich das anfühlt. Viele erleben dabei, dass das Umfeld es besser aufnimmt als befürchtet und dass es sich auf Dauer stimmiger anfühlt – auch wenn der Anfang herausfordernd sein kann. Manchmal kann es allerdings auch notwendig sein, Beziehungen zu beenden, in denen authentisches Verhalten kontinuierlich bestraft wird. Falls das notwendig sein sollte, begleite ich Sie auch dabei.

Methoden und Ablauf

Meine therapeutischen Verfahren im Überblick

▸ Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie: Sie erleben ein Gegenüber, das ohne Bedingungen und Wertungen zuhört – eine gute Voraussetzung, um sich selbst ehrlicher und freundlicher zu begegnen.

▸ Gestalttherapie: Wir erforschen im Hier und Jetzt, was körperlich und emotional in Ihnen geschieht, wenn Sie ein Bedürfnis spüren oder eine Grenze setzen möchten. So wird spürbar, wo das Anpassungsmuster greift und wie sich eine stimmige Alternative anfühlt.

▸ Körperorientierte Arbeit: Wenn Anpassung eine Schutzreaktion des Nervensystems ist, hilft es, körperlich mehr Sicherheit zu erfahren, damit Veränderung nicht gegen den eigenen Körper erarbeitet werden muss.

▸ Achtsamkeit & Selbstmitgefühl: Kurze Übungen helfen, freundlicher mit dem eigenen Muster umzugehen, statt es zu bekämpfen.

Mehr zu den Verfahren finden Sie auf der Seite Psychotherapie in Köln-Ehrenfeld.

Wie läuft die Zusammenarbeit ab?

▸ Erstgespräch & Kennenlernen: Wir klären Ihr Anliegen, schauen auf Ihre aktuelle Situation und prüfen, ob die Chemie stimmt und wie ich Sie unterstützen kann.

▸ Verstehen & Innere Sicherheit aufbauen: Wir ergründen die Auslöser Ihres Musters und stärken Ihr Nervensystem sowie Ihren Selbstwert als stabile Basis für Veränderungen.

▸ Neue Schritte im Alltag erproben: In kleinen, sicheren Schritten lernen Sie, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und diese stimmig in Ihren Beziehungen zu leben.

Wenn Sie sich in dem, was ich hier beschreibe, wiederfinden, melden Sie sich gern bei mir.

Die Sitzungen sind Leistungen für Selbstzahler:innen. Welche Praxiszeiten ich habe, wie Sie mir schreiben können und was in Ihre E-Mail gehört, finden Sie auf der Seite Kosten und Termine. Oder Sie schreiben mir direkt: halbach@judithhalbach.de.

Wie entstehen solche Muster und warum sind sie belastend?

Fawning und People Pleasing fallen häufig gar nicht als Problem auf, denn: Anpassung ist oft sozial erwünscht. Man wirkt freundlich, hilfsbereit und unkompliziert. Unter dem Muster leiden vor allem die Betroffenen selbst, weniger ihr Umfeld. Dadurch bleibt es oft lange unbemerkt – manchmal sogar vor den Betroffenen selbst.

Die Entstehung

Anpassung, Konfliktvermeidung und ein starkes Harmoniebedürfnis werden dort gelernt, wo es sicherer oder verbindender war, eigene Bedürfnisse zurückzustellen: in einer Familie, in der Stimmungen aufmerksam beobachtet werden mussten, in Umfeldern, in denen Zuwendung an Bedingungen geknüpft war, oder in belastenden Beziehungen. Solche Muster sind erlernte Strategien mit einer Geschichte, kein Charakterfehler.

Die Kosten von People Pleasing und Fawning

Anpassung schafft Harmonie und vermeidet Konflikte, kann auf Dauer aber viel Kraft kosten. Manche Menschen erleben Erschöpfung oder Groll, andere spüren kaum noch, was sie selbst brauchen. Auch Beziehungen können darunter leiden, wenn das Gegenüber nur eine angepasste Version von einem selbst kennt.

Die nächsten Schritte

Ob Sie sich zuerst weiter informieren oder gleich Kontakt aufnehmen möchten: Sie entscheiden, was für Sie der passende nächste Schritt ist.

Mehr über mich: Mein Weg zur Psychotherapie, meine Qualifikationen und was mir in der Begleitung wichtig ist

Mein psychotherapeutischer Ansatz: Die Verfahren, mit denen ich arbeite, und wie sie ineinandergreifen

Kosten und Termine: Honorar und Praxiszeiten

Wenn Sie das Gefühl haben, dass meine Begleitung zu Ihnen passen könnte, schreiben Sie mir gern eine E-Mail an halbach@judithhalbach.de. Ich arbeite als Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören, und begleite Sie gern ein Stück auf Ihrem Weg.

Empfehlungen zum Weiterlesen und Hören

Ingrid Clayton: Fawning – die unterschätzte Trauma-Reaktion

Ingrid Clayton, klinische Psychologin aus Los Angeles, beschreibt Fawning als vierte Reaktion auf überfordernde Belastung neben Kampf, Flucht und Erstarrung. Ich empfehle das Buch, weil es die Hintergründe ausführlich erklärt und zeigt, wie sich das Muster verändern lässt. Es kann entlasten, weil es das Erleben vieler Betroffener einordnet, ohne es zu pathologisieren.

Zum Buch

Juliane Taylor Shore: Setting Boundaries That Stick

Die Autorin betrachtet Grenzen als etwas Inneres und als etwas Zwischenmenschliches, stellt verschiedene Arten von Grenzen vor und bietet einen Sechs-Schritte-Ansatz mit vielen Übungen. Ich empfehle es, weil das Thema Grenzen in diesem Feld zentral ist. Das Buch liegt aktuell leider nur auf Englisch vor.

Zum Buch

Being Well Podcast: People Pleasing vs. Fawning: Why We Do It and How to Change

Den Being Well Podcast von Dr. Rick Hanson und Forrest Hanson schätze ich, weil Themen darin fundiert und verständlich aufbereitet werden. Diese Folge unterscheidet People Pleasing und Fawning und fragt, was jeweils hilft. Besprochen werden unter anderem der Zusammenhang mit Trauma, das Äußern von Bedürfnissen, wenn andere Nachgeben erwarten, und der Umgang mit Beziehungen, die auf der angepassten Version von einem selbst aufgebaut sind.

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Häufig gestellte Fragen zu People Pleasing & Fawning