Burnout: Psychotherapie und Prävention in Köln-Ehrenfeld
Ein Burnout beginnt häufig schleichend. Meist haben Menschen über lange Zeit viel gegeben: im Beruf, in der Familie, für andere. Sie haben Verantwortung übernommen, Belastungen ausgeglichen und weiter funktioniert, auch als es eigentlich schon zu viel war. Irgendwann reichen das Wochenende oder der Urlaub nicht mehr, um sich zu erholen. Viele beschreiben dann das Gefühl, nicht mehr sie selbst zu sein. Burnout bezeichnet einen Zustand tiefer Erschöpfung, der aus anhaltender Überlastung entsteht.
Typische Hinweise sind eine Erschöpfung, die auch nach Pausen bleibt, und das Gefühl, nicht mehr abschalten zu können. Dazu kommen oft kreisende Gedanken, unruhiger Schlaf und weniger Freude an Dingen, die früher gutgetan haben. Manche Menschen werden reizbarer, können sich schlechter konzentrieren oder zweifeln zunehmend an sich selbst. Andere gehen innerlich auf Abstand zu ihrer Arbeit oder spüren die Belastung im Körper, etwa als Kopf-, Rücken- oder Magenbeschwerden. Wie ernst die Lage ist, zeigt sich vor allem daran, ob Erholung überhaupt noch gelingt.
Dass mehr Schlaf oder ein Urlaub dann oft nicht ausreichen, hat Gründe. Burnout hat meist mehrere Wurzeln: eigene Ansprüche und Muster, die das Verausgaben begünstigen, und äußere Bedingungen, die dauerhaft mehr verlangen, als ein Mensch geben kann. Beides lohnt einen genauen Blick.
In meiner Praxis in Köln-Ehrenfeld begleite ich Menschen, die bereits im Burnout stecken und krankgeschrieben sind. Ebenso begleite ich Menschen, die noch funktionieren, aber spüren, dass es so nicht weitergehen kann. Gerade in dieser Phase kann eine Psychotherapie helfen, rechtzeitig gegenzusteuern.
Das finden Sie auf dieser Seite:
“Almost everything will work again if you unplug it for a few minutes, including you.”
– Anne Lamott
Was ist Burnout?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Burnout in ihrer Klassifikation ICD-11 als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt werden konnte. Kennzeichnend sind drei Merkmale: ein Gefühl von Erschöpfung, eine zunehmende innere Distanz oder ein negatives Erleben gegenüber der eigenen Arbeit und das Gefühl, weniger leisten zu können. Burnout gilt dort nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Zustand, der die Gesundheit beeinflusst.
Im engeren Sinn bezieht sich der Begriff auf das Berufsleben. In der Praxis erlebe ich aber, dass sich Erschöpfung durch Elternschaft, Pflege von Angehörigen oder die Doppelbelastung von Beruf und Familie sehr ähnlich anfühlen kann.
Burnout und Depression überschneiden sich stark. Viele Menschen im Burnout erleben depressive Symptome wie Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit. Im Erstgespräch schätze ich gemeinsam mit Ihnen ein, ob Hinweise auf eine Depression vorliegen.
Da Erschöpfung und depressive Symptomatik auch körperliche Ursachen haben können, etwa eine Schilddrüsenerkrankung oder einen Nährstoffmangel, empfehle ich außerdem eine ärztliche Abklärung.
Wie entsteht Burnout und warum wird es oft lange übersehen?
Einsatzbereitschaft gilt in unserer Gesellschaft als Stärke. Wer viel leistet, sich kümmert und selten ausfällt, bekommt dafür Anerkennung, von anderen und oft auch von sich selbst. Warnsignale werden deshalb lange überhört, solange man noch funktioniert. Häufig wird erst im Rückblick deutlich, wie lange die Erschöpfung schon da war.
Persönliche Muster
Bestimmte innere Muster machen es leichter, sich zu verausgaben: ein hohes Leistungsdenken, hohe Ansprüche an sich selbst oder ein Selbstwert, der eng an Leistung geknüpft ist (Over-Achiever-Mindset). Manche Menschen kennen das Gefühl, nie gut genug zu sein, oder die Sorge, eigentlich gar nicht so kompetent zu sein, wie andere glauben (Imposter-Syndrom). Anderen fällt es schwer, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen (People Pleasing & Fawning).
Auch bei Hochsensibilität oder Neurodivergenz kann der Alltag zusätzlich Kraft kosten, etwa wenn Menschen über lange Zeit versuchen, sich anzupassen und Eigenheiten zu verbergen (Masking). Solche Muster sind erlernte Strategien, kein Charakterfehler.
Äußere Bedingungen
Burnout ist aus meiner Sicht nicht nur eine persönliche Angelegenheit. Oft tragen Strukturen dazu bei, dass Menschen dauerhaft über ihre Grenzen gehen. Lehrkräfte etwa arbeiten häufig mit großen Klassen, wachsenden Anforderungen und zu wenig Personal, und vieles wird abends und am Wochenende erledigt. Eltern, besonders wenn beide berufstätig sind, jonglieren Job, Kinder und Mental Load oft ohne echte Pausen. Selbstständige tragen die Verantwortung meist allein und haben selten einen klaren Feierabend. Auch Menschen in helfenden Berufen, Führungskräfte zwischen vielen Erwartungen und pflegende Angehörige sind besonders belastet. Hinzu kommt die ständige Erreichbarkeit, die echte Erholung schwer macht.
Die Folgen
Wer lange über die eigenen Grenzen geht, verliert nach und nach den Zugang zu dem, was Kraft gibt. Hobbys, Freundschaften und Bewegung fallen weg, weil keine Energie mehr dafür da ist, und genau dadurch fehlt das Gegengewicht zur Belastung. Auch Partnerschaft und Familie können leiden, wenn kaum noch Geduld und Nähe möglich sind. Viele erleben einen Kreislauf: weniger Erholung, weniger Kraft, mehr Druck.
Wie arbeiten Sie in der Psychotherapie damit?
Wir beginnen dort, wo Sie gerade stehen. Wenn Sie bereits mitten im Burnout stecken, geht es zuerst um Stabilisierung: Was würde Ihnen jetzt guttun? Was lässt sich kurzfristig entlasten?
Wenn Sie noch funktionieren, aber merken, dass es kippt, schauen wir, was sich verändern sollte, damit die Erschöpfung nicht noch weiter zunimmt.
Persönliches und Strukturelles verstehen
Im nächsten Schritt schauen wir, wie es zu der Überlastung gekommen ist. Dabei interessiert mich beides: was Sie persönlich mitbringen, also warum es Ihnen vielleicht schwerfällt, Nein zu sagen, oder warum Sie sich immer wieder verausgaben. Und was in Ihrem Beruf oder Ihrer Lebenssituation belastend ist. So wird klarer, wo Sie ansetzen können: bei inneren Antreibern und Ansprüchen, bei äußeren Bedingungen oder bei beidem. Ziel ist keine perfekte Work-Life-Balance nach Lehrbuch, sondern ein Alltag, der zu Ihnen und Ihren Kräften passt.
Ressourcen, Achtsamkeit und Selbstmitgefühl
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist, wieder ein Gegengewicht zu schaffen. Gemeinsam überlegen wir, was Ihnen Kraft gibt: Tätigkeiten, die Freude machen, Hobbys, Menschen, Orte. Achtsamkeitsübungen können helfen, aus dem Gedankenkreisen auszusteigen und wieder wahrzunehmen, was im Körper und in den Gefühlen geschieht.
Selbstmitgefühl ist für mich ein zentraler Baustein: Wer gewohnt ist, streng und fordernd mit sich umzugehen, darf lernen, sich selbst mit derselben Freundlichkeit zu begegnen, die er anderen entgegenbringt.
Meine therapeutischen Verfahren im Überblick
Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie: Wer sich lange über Leistung definiert hat, kann mit mir ein Gegenüber erleben, bei dem nichts erbracht werden muss. Das kann eine Grundlage sein, den eigenen Wert unabhängig von Leistung zu spüren.
Gestalttherapie: Wir erforschen im Hier und Jetzt, wie sich innerer Druck und Antreiber in Ihnen bemerkbar machen und was geschieht, wenn Sie innehalten. So wird spürbar, was Sie eigentlich brauchen.
Körperorientierte Arbeit: Bei anhaltender Überlastung bleibt das Nervensystem oft in Alarmbereitschaft. Körperorientierte Übungen können helfen, wieder mehr Ruhe und Sicherheit im Körper zu erleben, eine wichtige Voraussetzung für Erholung.
Achtsamkeit und Selbstmitgefühl: Übungen aus dem Programm des achtsamen Selbstmitgefühls (MSC) und aus der Achtsamkeitspraxis unterstützen Sie dabei, freundlicher mit sich umzugehen und auch im Alltag wieder Momente der Entspannung zu finden.
Entscheidungen begleiten
Manchmal führt die Auseinandersetzung mit dem Burnout zu Fragen, die über die Therapie hinausreichen: Möchte ich meine Stunden reduzieren? Brauche ich eine andere Stelle oder eine berufliche Neuorientierung? Wie gestalte ich die Rückkehr nach einer Krankschreibung? Ich begleite Sie dabei, solche Entscheidungen in Ruhe zu durchdenken und Schritte zu gehen, die sich stimmig anfühlen.
Bei einer Rückkehr in den Job, etwa im Rahmen eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (BEM), unterstütze ich Sie psychotherapeutisch, während die Abstimmung mit dem Arbeitgeber bei Ihnen liegt.
Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
1) Erstgespräch & Einschätzung
Wir klären Ihr Anliegen, schauen auf Ihre aktuelle Situation und Belastung und prüfen, ob die Chemie stimmt und wie ich Sie unterstützen kann.
2) Stabilisieren & Verstehen
Wir sorgen zuerst für Entlastung und ergründen dann die persönlichen und äußeren Ursachen Ihrer Erschöpfung.
3) Neue Wege im Alltag erproben
Schritt für Schritt entwickeln Sie einen Umgang mit Belastung, der Erholung wieder möglich macht, und treffen, wenn nötig, Entscheidungen für Veränderungen.
Empfehlungen zum Weiterlesen und Anwenden
Tara Brach: Mit dem Herzen eines Buddha. Heilende Wege zu Selbstakzeptanz und Lebensfreude
Tara Brach ist Psychotherapeutin und buddhistische Meditationslehrerin. Mit „Radikaler Akzeptanz“ beschreibt sie einen wertschätzenden Umgang mit sich selbst, gerade dann, wenn man sich unzulänglich fühlt. Ich empfehle das Buch, weil viele Menschen im Burnout sehr hart mit sich ins Gericht gehen. Die Geschichten und Meditationen darin zeigen einen Weg, sich selbst mit mehr Freundlichkeit zu begegnen.
Kristin Neff & Christopher Germer: Selbstmitgefühl – Das Übungsbuch
Das Buch vermittelt das Programm des achtsamen Selbstmitgefühls (Mindful Self-Compassion, MSC) mit Übungen, Reflexionen und angeleiteten Meditationen. Ich empfehle es, weil es sehr praktisch zeigt, wie man den inneren Kritiker zum Verbündeten machen und auch in schwierigen Momenten für sich sorgen kann – eine wichtige Fähigkeit für Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst.
Juliane Taylor Shore: Setting Boundaries That Stick
Wer ins Burnout gerät, hat oft über lange Zeit die eigenen Grenzen übergangen. Die Autorin betrachtet Grenzen als etwas Inneres und als etwas Zwischenmenschliches und stellt einen Sechs-Schritte-Ansatz vor, den sie auf Grundlage neurobiologischer Prozesse entwickelt hat, ergänzt durch viele Übungen. Das Buch liegt nur auf Englisch vor.
Insight Timer: Meditations-App
Für Achtsamkeitsübungen empfehle ich die App Insight Timer. Sie bietet eine große Auswahl an angeleiteten Meditationen, und die kostenlose Basisversion reicht völlig aus. Auf Deutsch schätze ich die Meditationen von Anika Henkelmann, ZenHealth und Kirsten Tofahrn, auf Englisch die von Kristin Neff und Tara Brach.
Häufig gestellte Fragen zu Burnout
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Burnout beschreibt eine Erschöpfung, die aus anhaltender Überlastung entsteht, vor allem im Beruf. Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt und auch ohne äußere Überlastung auftreten kann. Die Übergänge sind fließend: Viele Menschen im Burnout erleben depressive Symptome, und ein Burnout kann in eine Depression übergehen. Im Erstgespräch schätze ich gemeinsam mit Ihnen ein, was bei Ihnen im Vordergrund steht.
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Erste Hinweise sind oft, dass Erholung nicht mehr richtig gelingt: Sie sind auch nach dem Wochenende erschöpft, können schlecht abschalten, schlafen unruhig oder haben ständig kreisende Gedanken. Häufig nehmen Freude, Geduld und Konzentration ab, während Selbstzweifel, Reizbarkeit oder körperliche Beschwerden zunehmen. Je früher Sie solche Signale ernst nehmen, desto mehr Spielraum gibt es, gegenzusteuern.
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Die WHO beschreibt Burnout in der ICD-11 nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Syndrom infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt werden konnte. Das heißt nicht, dass es weniger ernst ist: Burnout kann sehr belastend sein, geht häufig mit depressiven Symptomen einher und kann zu längeren Krankschreibungen führen.
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In meiner Praxis in Köln-Ehrenfeld geht es zunächst um Stabilisierung und Entlastung. Danach schauen wir, wie es zur Überlastung gekommen ist, sowohl mit Blick auf persönliche Muster wie hohe Ansprüche oder Schwierigkeiten, Nein zu sagen, als auch auf äußere Bedingungen im Beruf oder in der Lebenssituation. Ich arbeite mit klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, körperorientierter Arbeit sowie Achtsamkeit und Selbstmitgefühl. Ein wichtiger Teil ist, Ressourcen zu stärken und ein Gegengewicht zur Belastung zu schaffen.
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Ja. Ich begleite auch Menschen, die krankgeschrieben sind oder Medikamente nehmen. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie kann ich selbst keine Krankschreibung ausstellen und keine Medikamente verschreiben, dafür sind Ärzt:innen zuständig. Da Erschöpfung auch körperliche Ursachen haben kann, etwa eine Schilddrüsenerkrankung oder einen Nährstoffmangel, empfehle ich grundsätzlich eine ärztliche Abklärung.
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Ja. Viele Menschen kommen zu mir, bevor nichts mehr geht, weil sie merken, dass die Belastung zunimmt und die Erholung abnimmt. In dieser Phase gibt es oft noch mehr Spielraum, etwas zu verändern: eigene Muster zu verstehen, Grenzen zu setzen, Stressbewältigung und Selbstfürsorge zu stärken und Entscheidungen zu treffen, bevor die Erschöpfung zunimmt.
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Ja. Ich begleite Menschen bei der Rückkehr nach einer Krankschreibung, auch im Rahmen eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (BEM), und bei Fragen wie Stundenreduzierung, Jobwechsel oder beruflicher Neuorientierung. Die Abstimmung mit dem Arbeitgeber liegt bei Ihnen. Ich unterstütze Sie psychotherapeutisch dabei, diesen Weg in einem Tempo zu gehen, das zu Ihren Kräften passt.
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Ja, alle Sitzungen sind sowohl vor Ort in meiner Praxis in Köln-Ehrenfeld als auch per Video-Call möglich.
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Vereinbaren Sie ein Erstgespräch mit mir
In einem Erstgespräch lernen wir uns kennen und klären ganz in Ruhe, ob und wie ich Sie begleiten kann. Die Sitzungen sind Leistungen für Selbstzahler:innen, alle Infos finden Sie unter Kosten & Termine.
Mehr zu meinem therapeutischen Ansatz finden Sie auf der Seite Psychotherapie in Köln-Ehrenfeld. Ich arbeite als Heilpraktikerin für Psychotherapie.